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elite Unis für alleFür ein Österreich der Jungen

Zugang fair gestalten

Das Regierungsprogramm 2017–2022 sieht ein neues „Zugangsregelungsmanagement“ für Universitäten vor. Die Universität Wien machte im Oktober 2018 den ersten Schritt mit der Ankündigung von Zugangsbeschränkungen in mehreren Studiengängen, unter anderem Chemie, Rechtswissenschaften, Soziologie und Politikwissenschaft. Wir JUNOS begrüßen diese Entwicklung grundsätzlich, fordern aber eine faire Gestaltung der Zugangsbeschränkungen unter starker Einbindung der Studierenden und im Sinne der Hochschulautonomie.

 

Qualität und faire Verteilung garantieren

 

Österreichs Hochschulen steht jährlich nur ein unzureichendes Budget zur Verfügung. Ein uneingeschränkter Hochschulzugang bedeutet daher, dass in vielen Studiengängen mehr Studienanfänger_innen zugelassen werden müssen, als Plätze zur Verfügung stehen. Das hat zwei negative Konsequenzen: Einerseits kommt es zu versteckten Zugangsbeschränkungen, etwa in Form der StEOP oder späteren Knockout-Prüfungen, andererseits sinkt die Qualität der Lehre aufgrund der Überlastung und der schlechteren Betreuungsverhältnisse. Deshalb sehen wir Zugangsbeschränkungen als ein notwendiges Mittel, um eine hochwertige Ausbildung für alle Studierenden zu ermöglichen. Die Entscheidung, ob Aufnahmeverfahren eingeführt werden, soll dabei den einzelnen Hochschulen obliegen. Die konkrete Ausgestaltung kann von Eignungstests bis hin zu Bewerbungsgesprächen reichen. Ziel der Aufnahmeverfahren ist, die begrenzte Anzahl von Studienplätzen möglichst fair zu verteilen.

 

Versteckte Zugangsbeschränkungen abschaffen

 

Die im Wintersemester 2011/12 für alle Studiengänge, die bis zu diesem Zeitpunkt keine Zugangsbeschränkungen hatten, eingeführte Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP) darf gemäß Universitätsgesetz nicht als Zugangsbeschränkung verwendet werden. Dies ist heute jedoch in vielen Studiengängen eindeutig der Fall. Wir JUNOS sehen versteckte Zugangsbeschränkungen sowie die gesetzlich verpflichtende Eingangs- und Orientierungsphase (StEOP) als Verschwendung von kostbarer Lebenszeit junger Menschen. Studierende sind mündige, eigenverantwortliche Menschen, die ihre Studienwahl eigenständig treffen können und sollen. Faire und transparente Zugangsbeschränkungen haben außerdem einen förderlichen Einfluss auf die individuelle Reflexion vor der Studienwahl: Durch ein Aufnahmeverfahren setzen sich die Studienanwärter_innen intensiver mit ihren eigenen Wünschen auseinander, was zu geringeren Dropout-Raten führt.
Hinsichtlich der Unterstützung des Entscheidungsfindungsprozesses vor der Studienwahl sehen wir JUNOS besonders die Schulen in der Pflicht. Sie sollen ihren Schüler_innen in Zukunft mehr Angebote bereitstellen, damit diese einen Überblick über Hochschulen, Studiengänge sowie andere Bildungs- und Ausbildungswege erhalten. Zu diesem Zweck müssen außerdem die staatlichen Mittel für Studien- und Maturant_innenberatung substantiell erhöht werden. Jede zusätzliche Investition in diesem Bereich spart anfallende Mehrkosten im späteren Bildungsweg.

 

Studentische Mitbestimmung stärken

 

Aufnahmeverfahren werden derzeit ausschließlich vom Rektorat beschlossen, deshalb fordern wir die vermehrte Einbindung von Studierenden. Basierend auf ihren eigenen Erfahrungen und in Zusammenarbeit mit den Lehrenden können Studierende dazu beitragen, die relevanten Kriterien zu identifizieren, die ein_e Studienanfänger_in mitbringen sollte. Die Ausgestaltung der Aufnahmeverfahren soll demzufolge in Zukunft durch eine Kommission beschlossen werden, welche zu mindestens 50% aus Studierenden, sowie aus Lehrenden und nicht stimmberechtigten Experten besteht. Wir JUNOS regen an, dabei nicht auf punktuelle Einzeltestergebnisse oder einen Numerus Clausus zu setzen, sondern Studierende aufgrund unterschiedlicher studienrelevanter Kriterien zu reihen. Im Anschluss an das Aufnahmeverfahren soll jährlich eine Evaluierung durch jene Studierende, die das Verfahren durchlaufen haben, sowie der zuständigen Kommission erfolgen. Zusätzlich sollen alle Teilnehmer_innen eines Aufnahmeverfahrens das Recht bekommen, in ihre Beurteilungsunterlagen und Prüfungsprotokolle Einsicht zu nehmen.

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