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Ideologie lähmt auch die Bundes-ÖH

Eine Replik auf Lisa Kogelnik

 

Die These, dass „echte“ Studierendenvertretung nur ohne Ideologie möglich ist, sei ein Trugschluss, wie die Bundes-ÖH beweist – schrieb Lisa Kogelnik gestern im Standard. Mit dieser Aussage hat sie Recht und irrt zugleich.
Selbstverständlich hat jeder politische Mensch eine spezifisch ideologische Grundausrichtung. Wir alle werden in unserem Denken und Handeln von unterschiedlichen Überzeugungen geleitet. Daran ist auch nichts auszusetzen.
Wenn jedoch die Ideologie zum Dogma wird, die eigenen Überzeugungen zum Selbstzweck, dann leidet die politische Arbeit. Konstruktive Ergebnisse können so nicht erzielt werden, man verliert sich in politischen Grabenkämpfen. Nicht die gemeinsam Sache, sondern der eigene Sieg, egal wie lächerlich dieser ausfallen mag, steht im Vordergrund. Diese destruktive Situation lähmt derzeit die ÖH.

 

Kaum Erfolge vorzuweisen

Lisa Kogelnik irrt daher wenn sie behauptet, dass die aktuelle Bundesvertretung gute Arbeit leistet, ganz ohne ideologische Grabenkämpfe. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Nach zwei Jahren im Amt sind die Hochschulen immer noch unterfinanziert und das Vertrauen der Studierenden wurde nicht zurückgewonnen. Selbst die Wiedereinführung der Direktwahl ist wohl kaum ein Erfolg dieser Exekutive. Vielmehr haben ÖVP/AG eingesehen, dass sie ihre höchst undemokratische und peinliche Wahlrechtsreform endlich rückgängig machen müssen.

 

Antideutsch vs. Antiimperialistisch – Who fucking cares?

Anstatt konstruktiv im Sinne der Studierenden zu arbeiten, hat sich auch die Bundes-ÖH immer wieder in absurde politische Grabenkämpfe verstrickt. So stand im vergangenen Juni die gesamte Exekutive tage- und wochenlang beinahe still, Krisensitzungen wurden abgehalten, manche Vorsitzende weigerten sich miteinander zu reden. Der Grund für diese Blockadehaltung? Man konnte keine gemeinsame Position zum Nahost Konflikt finden. Auf ein umstrittenes Interview im Progress folgte ein Streit zwischen antideutschen und antiimperialistischen Strömungen, inklusive persönlicher Beleidigungen und sexistischer Untergriffe. Angesichts derartiger Kinderein wundert es nicht, dass kaum Erfolge im Bereich der Hochschulpolitik erzielt wurden. Die Exekutive war an anderen Fronten eingespannt.

 

Aber auch die Sitzungen der Bundesvertretung wurden immer wieder von vollkommen sinnlosen Streitereien lahmgelegt. So ist die alljährliche Diskussion über die Aufnahme von christlichen Feiertagen in den ÖH Taschenkalender ein stets wiederkehrender Tiefpunkt. Die Aktionsgemeinschaft sieht das christliche Abendland bedroht, die kommunistischen Fraktionen gefallen sich in der Provokateurs-Rolle, die Interessen der Studierenden kommen zu kurz.

 

Es sind diese Absurditäten die wir anprangern. Klar, ideologische Überzeugungen haben auch wir. Stellungnahmen zu Sonntagsöffnungszeiten, oder der Liberalisierung des US-Amerikanischen Drogenmarkts werden wir aber sicher nicht im Rahmen der Hochschulpolitik machen. Wir arbeiten in der ÖH um die Interessen der Studierenden zu vertreten, nicht um ideologische Grabenkämpfe zu gewinnen. So sieht für uns echte Hochschulpolitik aus.

 

 

 

 

 

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