Direkt zum Einleitungs-Teaser Direkt zum Inhalt Direkt zur Fußzeile
elite Unis für alleFür ein Österreich der Jungen

Coronakrise als Weckruf: Digitalisierung jetzt!

Retrospektive

Die letzten Wochen sind für viele Menschen keine einfache Zeit. Darunter natürlich auch für Studierende. Verwirrung und Unsicherheit. So könnte man wohl die Gefühle vieler beschreiben. Vor allem nach der Entscheidung über die Schließung der Hochschulen wussten viele nicht, wie es weitergehen wird. Man hat sogar das Gefühl bekommen, dass nicht einmal die Hochschulen selbst wussten, was passieren soll. Das betrübende an der gesamten Situation ist allerdings, dass die Ratlosigkeit der Hochschulen eigentlich keine Überraschung ist. Jahrelang – nein, schon jahrzehntelang – weiß man, dass das österreichische Bildungssystem vom Level der Digitalisierung her eher an die 90er Jahre erinnert, als an das Jahr 2020. Für Moldawien oder Weißrussland wäre das vielleicht noch im Rahmen der Angemessenheit, doch wie können solche Zustände in Österreich herrschen?  

Es ist schon passiert

Jetzt gerade macht es keinen Sinn die Schuldigen für dieses Versagen der Hochschulen zu suchen. Ein an-den-Pranger-stellen würde der momentanen Situation sowieso nicht helfen. Man darf sich nicht in der Kritik der vergangenen Fehler aufhalten, um dann im Anschluss zu vergessen über die Lösungen zu sprechen. Bloß sudern hilft nicht weiter.

Digitalisierung geht besser!

Digitalisierung darf nach der jetzigen Erfahrung kein nettes Nebengadget oder ein Bonus an der Hochschule sein. Ab jetzt muss es zu einem festen Bestandteil der Lehre werden. Selbstverständlich gibt es Laborübungen, welche ohne persönliche Anwesenheit eher schwer durchführbar sind, aber wenn man es nicht schafft eine Vorlesung aufzunehmen, greift man sich als Studierender auf den Kopf. Allerdings kann man sich, wie gesagt, nicht über solche Zustände wundern, wenn sogar die ÖH sich lieber mit Großdemos gegen Bälle in Wien beschäftigt als lautstark für Digitalisierung zu kämpfen.  

Unsere Forderungen

JUNOS Studierende fordern seit Ewigkeiten ein Update für die Lehre. Hier geht es zum Beispiel um die Möglichkeit Onlinekurse abzulegen. An vielen europäischen Hochschulen ist dies normal. In Österreich außergewöhnlich. Wie kann im digitalen Zeitalter noch rein analoge Bildung stattfinden? Vorlesungen müssen gestreamt werden und auch zu einem späteren Zeitpunkt zugänglich sein. Wenn Lehrveranstaltungen online stattfinden, helfen wir nicht nur Studierenden, indem wir ihnen Flexibilität bieten, sondern tragen auch an vielen Hochschulen ein wenig zur Lösung des Platzproblems bei. Eine weitere Maßnahme sind digitale Unterrichtsmaterialien, damit Studierende im Falle des Falles wenigstens ein Skriptum haben, wenn schon keine Vorlesung stattfinden kann. So normal wie diese Forderungen auch klingen, scheinen sie in Österreich radikal zu sein.

Online Prüfungen, Jetzt!

Und was passiert dieses Semester? Für uns ist klar, dass es allen Studierenden ermöglicht werden muss, ihre LVs und Prüfungen adäquat zu absolvieren. Kein Studierender darf einen Teil seiner Studienzeit wegen der digitalen Inkompetenz der Hochschule verlieren und dadurch seinen Abschluss verzögern. Lehrende haben unserer Ansicht nach dafür zu sorgen, dass ihre Lehrveranstaltungen qualitativ möglichst nahe an die, eines üblichen Semesters kommen. Die Technik der heutigen Zeit ermöglicht schlicht und einfach mehr als bloß ein Selbststudium. Lehrveranstaltungen dürfen auch nicht verschoben werden, da dies sehr stark die Semesterpläne von Studierenden beeinträchtigen kann.

Härtefonds

Die jetzige Situation erschwert aber nicht nur das Leben an der Hochschule, sondern auch das private Leben. Wir unterstützen die Maßnahmen der Bundes-ÖH und einiger lokalen Vertretungen, Härtefonds für Betroffene einzurichten. Außerdem wäre es wichtig, die HV-Satzungen dahingehend anzupassen, dass, trotz einer solchen Krise wie jetzt, Umlaufbeschlüsse gefasst werden können. Hochschulvertretungen müssen nämlich in der Lage sein, bei plötzlichen Problemen schnell Maßnahmen zu ergreifen.

Was wir aus der Krise lernen

Abschließend kann man aber auf einen Aspekt der gesamten Situation nicht vergessen. Heutzutage wird oft – unter anderem auch durch JUNOS Studierende – das Wort „Krise“ verwendet. Vergessen wir aber nicht, dass wir auch eine Chance haben. Eine Chance den Umbruch zur Digitalisierung zu schaffen. Wann, wenn nicht jetzt? Es wird offensichtlich, wie sehr das Hochschulsystem davon profitiert hätte, wenn man die letzten Jahrzehnte puncto Digitalisierung nicht geschlafen hätte. Es wird offensichtlich, dass man sich jetzt viele Mühen erspart hätte. Arbeiten wir mit vereinten Kräften, um Hochschulen des digitalen Zeitalters zu schaffen. Lassen wir uns diese Chance nicht davonkommen.

Zum Newsletter anmelden